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Fragen - Das Schweizermesser der Kommunikation


Zusammenfassung

Fragen stellen ist ein wichtiger Aspekt der Kommunikation, der dazu beiträgt, Verständnis herzustellen, Beziehungen aufzubauen und zu vertiefen. Es erfordert Mut, Fragen zu stellen, da man dadurch vermeintlich die Kontrolle über das Gespräch abgibt. Gute Fragen sind solche, die den Befragten ermöglichen, aus ihrer Perspektive zu sprechen und ihre Gedanken und Gefühle zu teilen. Es ist wichtig, auf den Tonfall zu achten, da er den Kontext des Gesprächs bestimmt. Führungskräfte sollten sich Zeit für Fragen nehmen und offen für Antworten sein. Auch für solche, die sie vielleicht nicht hören wollen.


Fragen sind ein vielseitiges Kommunikationsmittel, das jeder bereithalten sollte. Sie sind das Schweizer Taschenmesser der Kommunikation. Eine gut gestellte Frage kann zahlreiche Kommunikationsaufgaben erfüllen, von Verständnis- und Vertrauensaufbau, über Engagement-Förderung bis hin zur Beruhigung von Lampenfieber. Mit guten Fragen werden Sie zu einem aufmerksamen und authentischen Kommunikator.

Es gibt viele Ziele, die wir durch Fragen verfolgen. Das offensichtlichste ist, Informationen zu erhalten. Der nächste Schritt ist der Aufbau von Beziehungen. Durch Fragen lernen wir die Menschen besser kennen. Fragen können auch dazu dienen, Ideen zu entwickeln und Kreativität zu fördern. Es gibt auch negative Ziele wie Verhöre, Einschüchterung oder Verantwortungsvermeidung, aber das sind Wege, die wir nicht gehen sollten.

Für uns ist der wichtigste Punkt der Beziehungsaufbau. Wenn Sie Fragen stellen, signalisieren Sie der anderen Person, dass Sie sie schätzen und sich Zeit nehmen, ihre Antwort zu hören. Und "hören" bedeutet nicht nur schweigen; es bedeutet nicht, auf den Moment zu warten, in dem man selbst wieder sprechen kann. Sie signalisieren, dass Ihnen die Antwort und die Person wichtig sind. Es geht nicht nur um die gestellte Frage, sondern auch um die echte Bereitschaft und Offenheit, die Antwort zu hören, zu verstehen und zu empfinden. Leere Lippenbekenntnisse genügen nicht.


Der Ton macht die Musik

Der Tonfall ist bei Fragen oft ausschlaggebend. Er kann die Frage ins Positive oder Negative drehen.

Als Beispiel: Ein Angestellter kommt zum Chef. "Ich habe einen Plan, um den Kundendienst zu automatisieren."

Es gibt jetzt generell die Möglichkeit, unterstützend nachzufragen: “Was glauben Sie, was es braucht, um diesen Plan umzusetzen?” Subtext: Interesse. Eine andere Möglichkeit, auf dieselbe Aussage mit denselben Worten zu reagieren: “Was glauben Sie, was es braucht, um diesen Plan umzusetzen?” Subtext: “Wissen Sie, wie aufwändig das ist?!” Gleiche Worte, andere Bedeutung. Sie betonen nur ein oder zwei Worte etwas anders und schon nimmt der gesamte Ton und Kontext des Treffens eine andere Richtung.


Die Qualität Ihrer Fragen bestimmt die Qualität Ihres Lebens

Wenn es wahr ist, dass wir bessere Antworten bekommen, wenn wir bessere Fragen stellen, müssen wir unbedingt wissen, was eine gute Frage ausmacht.

Die Wahl der Worte spielt dabei eine herausragende Rolle. Verwenden Sie Worte, die mit Werten oder mit Perspektive zu tun haben. Zum Beispiel ein Wort wie “Wirkung”. “Was wäre die Wirkung auf Sie selbst und auf die Organisation, wenn wir den Plan umsetzen?” Also: Was ist wichtig oder was steht auf dem Spiel?

Es ist sehr wertvoll, offen für Antworten zu sein - auch solche, die man nicht sofort versteht - und darauf zu achten, dass man mehr Zeit für Fragen als nur für Erklärungen und Anweisungen aufwendet. Wenn man sich also die Zeit nimmt, gründlich zuzuhören und richtig zu fragen, kann man tatsächlich eine Menge mehr Informationen sammeln.


Fragen macht klug

Egal, ob Sie eine Führungskraft sind oder eine andere Stelle im Unternehmen innehaben, es erfordert eine gewisse Portion Mut, Fragen zu stellen. Sie geben vermeintlich die Kontrolle über das Gespräch an jemand anderen ab und haben die Befürchtung, dass dies Ihrer Psyche oder Ihrem Ansehen schaden könnte. In Wahrheit ist genau das Gegenteil der Fall. Führungskräfte, die mehr Fragen stellen, werden als bessere Führungskräfte wahrgenommen, die mehr Grundlagen haben, um Entscheidungen zu treffen. Und ihre Gesprächspartner mögen sie tatsächlich mehr.

Ganz besonders wichtig sind die Fragen, wenn ein Projekt abgeschlossen wird. Man kann durch sie erfahren, was gut gelaufen ist und welche Fähigkeiten man zum Erfolg genutzt hat. Wie hat das Team die Aufgabe bewältigt? Was ist schief gelaufen? “Was können wir hieraus lernen? Was können wir von hier aus erschaffen?” Leider habe ich am Ende eines Projektes immer wieder erlebt, dass diese Fragen einfach nicht gestellt werden. Gehen wir doch mal davon aus, dass die Leute engagiert und kreativ sind und sich die Freiheit nehmen, Vorschläge zu machen, die sie sonst vielleicht nicht machen würden. Die Fragen eröffnen im Idealfall neue Horizonte. Sie können helfen, einen Katalog über das Gute und auch über die Fehler zu erstellen, um den Erfolg wiederholbar und begangene Fehler vermeidbar zu machen. Oft wird die Frage nach den Fehlern nicht gestellt, weil man Angst vor der Schuldzuweisung hat. Fehler dürfen nicht als Bedrohung gewertet werden, sondern müssen endlich als das anerkannt werden, was sie sind: Wertvolle Lehrmeister, die uns helfen, besser zu werden. Dazu gilt es bereits im Vorfeld eine zielführendere Fehlerkultur zu pflegen.


Aufrichtige Neugierde ist der Schlüssel

Neugierde ist nicht nur die Basis für ein interessantes Leben, sie ist auch der Schlüssel für gelingende und alle Seiten befriedigende Kommunikation. Ausdruck dieser Neugierde sind die Fragen, die man stellt, um Informationen zu erhalten, die interessant und überraschend sind. Man ist auch neugierig auf die andere Person und stellt ihr nicht nur Fragen aus dem eigenen Bezugsrahmen heraus. Und auch hier kommt wieder die Feststellung zum Tragen, dass die Qualität der Fragen über die Qualität der Antworten entscheidet. Stellen Sie offene Fragen, nach dem, was Ihr Gegenüber begeistert oder beschäftigt, oder Fragen, über die er oder sie vielleicht noch gar nicht nachgedacht hat. Es geht schlicht darum, neugierig zu sein und Fragen zu finden, die die andere Person in eine Position bringt, eine Antwort geben zu können, die für sie wirklich bedeutsam ist und ein Stück weiterbringt.

So erweisen sich Fragen als ein gewinnbringendes Werkzeug für alle an der Kommunikation Beteiligten. Nehmen Sie sich für die kommenden Gespräche vor, mehr Fragen zu stellen. Spielen Sie damit herum und machen Sie damit Ihre Erfahrungen. Sie werden dabei mit Sicherheit die eine oder andere Überraschung erleben.

 

Die abschliessende “Killer-Frage”

Und wenn scheinbar alles gesagt ist, stellen Sie Ihre letzte Frage, die “Killer-Frage”. Es hilft, wenn Sie sich dazu an die folgende Prozedur halten: Sie haben mit jemandem ein Gespräch geführt, sie haben ein gutes Verhältnis aufgebaut, und es ist Zeit, das Gespräch zu beenden. Jetzt fragen Sie: "Gibt es etwas, das ich Sie nicht gefragt habe und das Sie für wichtig halten?" Und dann müssen Sie warten. Innerhalb von zehn bis zwanzig Sekunden sagt die Person in den meisten Fällen dann zuerst: "Ich glaube nicht.” Entscheidend ist, dass Sie jetzt weiter schweigen und Offenheit signalisieren. Dann sagt die Person nach weiteren zehn Sekunden oft das Interessanteste, was sie in dem ganzen Gespräch gesagt hat. Und immer wieder erfährt man über diese Art des Fragens etwas, das Ihr Gegenüber begeistert und das ihm oder ihr wichtig ist.
 

“Dieser heutige Blogbeitrag ist wirklich großartig, oder?” Mit dieser Fragestellung nötige ich Sie dazu, mir ein positives Feedback zu geben. Ausser meiner Eitelkeit zu schmeicheln, bringt mich das kein Iota weiter. Und übrig bleibt ein schales “Gschmäckle”

Alternative: "Was ist Ihnen am heutigen Blogbeitrag wichtig?”

Sie können den Unterschied sehen. Die zweite Frage ermöglicht es mir, mehr von Ihnen, meinen Lesern zu erfahren. Zu erfahren, welche Aspekte und welche Themen Sie interessieren, derer ich mich dann vielleicht in nachfolgenden Blogbeiträgen annehmen würde.

Nutzen Sie dazu unbedingt die Kommentarfunktion. Ich bin gespannt.


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